Aktuelles vom RSV Lahn-Dill

30.05.2013

30 Jahre RSV Lahn-Dill - Vom Dorfverein zur Weltmarke im Rollstuhlsport

Mit einem Galadinner und kurzweiliger Comedy feierte der RSV Lahn-Dill sein 30jähriges Jubiläum. Im Rahmen der Feier wurden vom Hessischen Behinderten – und Rehabilitationsverband Ehrungen durchgeführt. Andreas Joneck wurde für seine Verdienste um den Rollstuhlbasketball im RSV und Peter Bangel für seine 30jährige Tätigkeit im RSV Vorstand geehrt. Gegründet als kleiner Mehrspartenverein in der mittelhessischen Provinz, ist der Club heute nicht nur der siebtgrößte Rollstuhlverein Deutschlands, sondern gerade auch durch seine Ausnahmestellung im Rollstuhlbasketball eine absolute Weltmarke. Die Erfolgsgeschichte des „etwas anderen Sportvereins“ war besonders für geladenen Gäste aus der Politik Anlass, die Ausnahmestellung der Wetzlar „Rollis“ zu betonen.

„Sie haben Integration schon vorgelebt, als man dieses Wort auf der politischen Bühne noch gar nicht kannte“, lobte Horst Euler, Dezernent des Lahn-Dill-Kreises für Sport, Kultur und Ehrenamt.  Und Stadträtin Bärbel Keiner zeichnete in ihrer Ansprache nach, wie der RSV Lahn-Dill zu einem der zentralen sportlichen Aushängeschilder der Region gewachsen ist. 

Als langjähriger Wegbegleiter freute sich Waldsolms' Bürgermeister Bernd Heine besonders über das runde Jubiläum des wahrscheinlich international bekanntesten Vereins seiner Gemeinde. Als "Geschenk" hatte er nicht nur im Namen der Gemeinde das Bürgerhaus für die Feier bereitgestellt, sondern hatte auch ein persönliches Präsent mitgebracht: Im Sommer steht der passionierte Segelflieger als Pilot für einen Rundflug über der mittelhessischen Heimat zur Verfügung.  

Gegründet wurde der Rollstuhlsportverein Lahn-Dill e.V. im Februar 1983 in Wetzlar. Lediglich elf Gründungsmitglieder hatte der Verein damals - neben Gerd Hummel, Hans-Jürgen Müller, Eberhardt Ott, Dorothea Post, Ulrike Rittner, Jürgen Klemm, Karl-Heinz Wagner, Hermann Siegmund, Dow Aviv und Bernd Loh gehörte bereits auch Peter Bangel dazu. „Wir wollten damals eigentlich nur zusammen Sport machen und vor allem Basketball spielen“, resümierte der seit 1985 amtierende Vorsitzende in seiner Rede, „in unseren kühnsten Träumen hätten wir uns diese Entwicklung nicht vorgestellt“.

Denn gerade in der Kernsportart Rollstuhlbasketball ist der RSV Lahn-Dill zu einer Weltmarke geworden. Schon in frühen Jahren kamen zahlreiche Paralympicsteilnehmer aus Mittelhessen. Der große Durchbruch kam aber 1994 mit dem Wiederaufstieg der Basketball-Mannschaft in die erste Bundesliga. Auf die erste Deutsche Meisterschaft 1998 folgten 26 weitere Titel auf nationaler und internationaler Bühne. Und von den Paralympics 2012 kehrten nicht nur die RSV-Mitglieder Gesche Schünemann und Britt Dillmann mit einer Goldmedaille im Gepäck heim. Mit insgesamt sechs Aktiven, Herren-Bundestrainer Nicolai Zeltinger und drei weiteren Delegationsmitgliedern war der RSV Lahn-Dill stattlich bei den Spielen von London vertreten.

Von den Gründungstagen an ist Rollstuhlbasketball zwar die prägendste Sportart im Verein, doch neben dem medienwirksamen Flaggschiff bietet der RSV Lahn-Dill als klassischer Mehrspartenverein die komplette Breite der Rollstuhlsportarten an. Besonders der breitensportliche Aspekt in beim allgemeinen Kinder- und Jugendsport, dem Schwimmen  und der Breitensportgruppe ist eine wichtige Säule des Vereinslebens. Neu im Sportprogramm ist seit einigen Jahren das populäre Handbiken, während die über viele Jahre sehr erfolgreichen Abteilungen Tennis und Leichtathletik inzwischen nicht mehr angeboten werden. Mit konstant rund 180 aktiven Mitgliedern ist der RSV Lahn-Dill der siebtgrößte Rollstuhlsportvereine Deutschlands.

Der hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband ehrte anlässlich der Jubiläumsfeier nicht nur den RSV Lahn-Dill für sein 30jähriges Bestehen. Landesschaftzmeister Hans-Jörg Klaudy zeichnete  in Vertretung von HBRS-Präsident Gerhard Knapp außerdem den Geschäftsführer der Bundesligamannschaft  Andreas Joneck für sein langjähriges Engagement im Rollstuhlsport mit der Verbandsurkunde des HBRS aus.

Für die gelungene Umrahmung des Abends sorgten mit „Hiltrud“ und „Karl-Heinz“ alias „Babbel net“ zwei weitere hessische Originale. Mit einem kurzweiligen Acht-Gänge-Menü, das zu gleichen Teilen aus komödiantischen und kulinarischen Highlights bestand, bereitete das Hanauer Mundart-Duo den RSV-Mitgliedern und den geladenen Gästen zur Jubiläumsfeier ein ganz besonderes Geschenk.


 
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